Widerstand der Weißen Rose

Im Jahre 1942 wurde die Weiße Rose gegrün­det. Sie bestand aus den Medi­zin­stu­den­ten Willi Graf, Christoph Prob­st, Alexan­der Schmorell und Hans Scholl. Später stieß auch seine Schwest­er Sophie Scholl hinzu. Anfangs trafen sie sich, um zu disku­tieren oder besucht­en die Vor­lesun­gen von Kurt Hubert, der sich später eben­falls der Gruppe anschloss. Die Gruppe schloss sich  zusam­men, um sich gegen das Nazi-Regime zur Wehr zu set­zen, die Öffentlichkeit aufzuk­lären und sie zum pas­siv­en Wider­stand aufzu­rufen.

Erste Aktionen

Dazu verteilte die Weiße Rose haupt­säch­lich Flug­blät­ter. Die Ersten wur­den im Juni 1942 nach dem großen Luftan­griff auf Köln unter die Leute gebracht. Darin riefen sie die Deutschen zu einem „pas­siv­en Wider­stand“ auf. Sie woll­ten auch die Mitschuld der Bevölkerung deut­lich machen, die nichts gegen die Bru­tal­ität der Nazis unter­nahm.

Noch im sel­ben Jahr mussten Hans Scholl, Willi Graf und Alexan­der Schmorell an die Front. Dort hörten sie von einem Massen­mord an vie­len unschuldigen jüdis­chen Polen. Dies grif­f­en sie in ihren darauf fol­gen­den Flug­blät­tern auf, in denen sie allen deut­lich machen woll­ten, wie ihr Regime wirk­lich han­delte. Bald darauf knüpften sie auch Kon­tak­te zu anderen Wider­stands­grup­pen, die bei der Aus­bre­itung ihrer Botschaft halfen. Ihr näch­stes Flug­blatt wurde 6.000–9.000 Mal gedruckt und in vie­len Städten verteilt.

Im Jan­u­ar 1943 schrieben Hans Scholl und Alexan­der Schmorell in Hin­sicht auf die aktuelle Kriegslage: „Mit math­e­ma­tis­ch­er Sicher­heit führt Hitler das deutsche Volk in den Abgrund”. Darauf fol­gte dann auch die erste Forderung zu einem aktiv­en Wider­stand. Sie schrieben: „Deutsche! Wollt Ihr und Eure Kinder das­selbe Schick­sal erlei­den, das den Juden wider­fahren ist? (…) Sollen wir auf ewig das von aller Welt gehas­ste und aus­gestoßene Volk sein?”.

Einen Monat später schrieben die Mit­glieder auch Parolen wie „Nieder mit Hitler!“ oder „Frei­heit!“ an Münch­n­er Haus­fas­saden.

Verhaftung und Urteil

Das sech­ste Flug­blatt wurde der Gruppe zum Ver­häng­nis. Die Geschwis­ter Scholl wur­den erwis­cht, während sie die Blät­ter im Hof der Uni­ver­sität verteil­ten. Ein Haus­meis­ter rief die Gestapo (=Geheime Staat­spolizei) und nur vier Tage später wur­den sie, gemein­sam mit Christoph Prob­st, den man anhand eines hand­schriftlich geschriebe­nen Entwur­fes eines weit­eren Flug­blattes über­führt hat­te, zum Tode verurteilt. Hans Scholl hat­te dieses bei sein­er Gefan­gen­nahme in der Hosen­tasche. Noch am sel­ben Tag wur­den sie durch das Fall­beil hin­gerichtet.

In dem darauf fol­gen­dem Monat wer­den Alexan­der Schmorell, Pro­fes­sor Kurt Huber und Willi Graf zum Tode verurteilt. Einige Unter­stützer kamen auch mit lan­gen Gefäng­nis­strafen davon.

Sophie Scholl soll laut Vernehmung­spro­tokoll sog­ar die Möglichkeit gegeben wor­den sein, der Todesstrafe zu ent­ge­hen, indem sie sich von ihrem Brud­er dis­tanzieren und eingeste­hen sollte, dass sie falsch gehan­delt habe. Darauf soll sie aber geant­wortet haben: „Ich bin nach wie vor der Mei­n­ung, das Beste getan zu haben, was ich ger­ade jet­zt für mein Volk tun kon­nte. Ich bereue deshalb meine Hand­lungsweise nicht und will die Fol­gen, die mir aus mein­er Hand­lungsweise erwach­sen, auf mich nehmen.”

Das Erbe der Weißen Rose

Auch wenn der innere Kreis der Weißen Rose zer­stört wor­den war, blieb ihr Gedankengut erhal­ten. So wurde z.B. ein Chemies­tu­dent zum Tode verurteilt, nach­dem er ein let­ztes Flug­blatt ent­wor­fen hat­te, mit dem Titel „Und ihr Geist lebt trotz­dem weit­er”.

Über eine weit­ere Stu­dentin kam ein Flug­blatt der Weißen Rose nach Ham­burg und nach­dem auch dort die Gestapo den oppo­si­tionellen Stu­den­ten auf die Schliche kam, fand das Blatt sog­ar den Weg ins Aus­land.

Im Dezem­ber 1943 verteil­ten britis­che Bomber dieses Blatt über ganz Deutsch­land. In ein­er nach Deutsch­land aus­ges­trahlten Rede sagte Thomas Mann fol­gen­des über die Mit­glieder der Weißen Rose: „Ihr sollt nicht umson­st gestor­ben sein, sollt nicht vergessen sein.” Außer­dem beze­ich­nete er sie als „Vertreter eines besseren, anderen Deutsch­lands, so klein ihre Zahl auch gewe­sen sei“.

Auch heute ist die Weiße Rose fast allen Deutschen ein Begriff. Schulen und Stiftun­gen wer­den nach ihnen benan­nt. Man kann das Grab von Willi Graf sog­ar in Saar­brück­en auf dem Fried­hof St. Johann besichti­gen. Sie haben mit ihren Tat­en Mut bewiesen und sind in ihrer fes­ten Überzeu­gung gestor­ben. Für viele sind sie so etwas wie Helden.

Ein Projekt der Jungen Journalisten Saar e.V.