Projekttage

 

Unser Projekttag 2015

Rechtsextremismus im Internet

2015-07-06FTGST_01Am 06. Juli 2015 veranstalteten die Jungen Journalisten Saar e.V. im Rahmen des Jugendprojektes Contra Rechtsextremismus – Pro Demokratie – FARBE TUT GUT einen Seminartag zum Thema „Rechtsextremismus im Internet und Social Web“. Frau Alexandra Beyersdörfer von jugendschutz.net stellte den Jugendlichen dabei die verschiedenen Ausprägungen von rechtsradikalem Gedankengut im Netz vor. Das Internet ist mittlerweile zum wichtigsten Medium Rechtsradikaler geworden, da sich hier mit wenig Aufwand und geringen Kosten Inhalte transportieren lassen. Dabei werden auch emotionale Themen aufgegriffen, die eine breite Masse erreichen können. Viele rechtsextreme Onlineangebote sind nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar. Hier leistet jugendschutz.net Aufklärungsarbeit. Neben dem Vortrag waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch aufgefordert, aktiv mitzuwirken.

Infos im Netz: www.farbetutgut.de oder www.hass-im-netz.info

 

Unser Projekttag 2014

„(Rechts)extremismus im Saar­land – droht der Demokratie Gefahr von rechts?“

In den Medien werden wir ständig mit dem Begriff „Extremismus“, sei es in Form von Rechts- oder Linksextremismus, konfrontiert, der bereits seit den 1970er Jahren Bestandteil des öffentlichen Diskurses ist. Doch was versteht man konkret darunter? Wie unterscheiden sich beide Begriffe voneinander? Wie sieht die aktuelle Lage im Saarland aus und was zeichnet insbesondere die Ideologie rechtsextremer Menschen aus?

Im Rahmen des Seminars von FARBE TUT GUT hielt der Direktor des Landesamtes für Verfassungsschutz, Herr Dr. Helmut Albert, einen Vortrag in der Chilly-Redaktion zum Thema „(Rechts)extremismus im Saarland – droht der Demokratie Gefahr von rechts?“, um interessierte Jugendliche über die aktuelle Lage im Bundesland zu informieren. Anhand von anschaulichen Studien machte der studierte und promovierte Jurist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst, dass dieses sensible Thema auch im Saarland noch sehr präsent und nicht zu unterschätzen ist, auch wenn sich ein rückläufiger Trend abzeichnet.

Dr. Helmut Albert dazu: „Noch vor zehn Jahren gab es im Saarland stets so viele jugendliche Neueinsteiger in die rechte Szene, wie es Aussteiger gab. Deshalb blieb die Gesamtzahl der rechtsextremistischen Skinheads – trotz ständig wechselnder Personen – damals mit 180 bis 200 Leuten relativ konstant. Heute ist die Szene nur noch 80 Personen stark. Das liegt daran, dass es weniger Neueinsteiger gibt und die Skinheadszene für Jugendliche insgesamt nicht mehr so attraktiv ist. Mitverantwortlich für diese Entwicklung dürften die vielfältigen Aufklärungsmaßnahmen und Präventionsprojekte sein. Hierzu zähle ich ganz bewusst auch das Magazin Chilly bzw. das Projektmagazin FARBE TUT GUT, die mit ihrer hohen Auflage alle saarländischen Schulen und damit unsere gesamte Zielgruppe, die wir sensibilisieren wollen, erreichen.“

 

Unser Projekttag 2013

Die Jungen Journalisten boten im Rahmen des Jugendprojektes „Contra (Rechts-) Extremismus – Pro Demokratie – FARBE TUT GUT“ eine kostenlose Studienfahrt für Jugendliche ins ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof an. Im ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof, das in Frankreich liegt, waren vor allem Widerstandskämpfer inhaftiert. Durch die Fahrt sollten sich die Jugendliche aktiv mit den Verbrechen des NAZI-Regimes zwischen 1933 und 1945 auseinandersetzen und erkennen, dass Rechtsextremismus auch heute nicht toleriert werden darf. Am Montag, dem 11. November 2013 startete die Gruppe um 08.30 Uhr am Saarbrücker Landwehrplatz. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr kehrten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder nach Saarbrücken zurück. Organisiert wurde die Fahrt in Kooperation mit der DGB Jugend Saar.

 

Unser Projekttag 2012

Am 08. August 2012 fand im Rahmen unseres Projekts „Farbe tut gut, Contra Rechtsextremismus – Pro Demokratie“ ein Seminartag zum Thema Rechtsextremismus in den Räumlichkeiten der Jungen Journalisten Saar statt. Referent dieses Tages war der Leiter des saarländischen Verfassungsschutz Herr Dr. Helmut Albert, der einen sehr fesselnden, gleichzeitig aber auch einen erschreckenden Vortrag über die rechtsextreme Szene im Saarland hielt. Erschreckend, da er uns die bittere Realität vor Augen hielt und uns zeigte, dass dieses sensible Thema auch im Saarland noch sehr präsent und nicht zu vernachlässigen ist, auch wenn ein rückläufiger Trend zu verzeichnen ist.

Die Hauptaufgabe des Landesamts für Verfassungsschutz Saarland besteht darin, die wesentlichen Grundsätze der Verfassung zu schützen, indem kontinuierlich „jegliche Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind“, beobachtet werden. Unter anderem obliegen dem Beobachtungsbereich die rechtsextreme, linksextreme und ausländerextreme Szene.

In seiner Präsentation klärte Herr Dr. Albert zunächst allgemein die Terminologie des Rechtsextremismus, unter den auch Themen wie Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit fallen. Repräsentiert werden diese faschistischen politischen Ideologien von einzelnen Personen, Kameradschaften oder gar Parteien, wie der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), die jedoch bislang im Saarland glücklicherweise keine größeren Erfolge erzielen konnte. Die nationaldemokratischen Saarländer verfügen nur über zwei kommunalpolitische Mandate im Stadtrat Völklingen und ein Mandat im Stadtrat Saarbrücken. Bei der saarländischen Landtagswahl erreichte die Partei nur 1,2 Prozent.

Anschließend diskutierten wir über die unterschiedlichen Symbole, die Anhänger rechtsextremer Gruppen verwenden, um ihre Zugehörigkeit in der Öffentlichkeit darzustellen.

Hierzu gehört zum einen das optische Erscheinungsbild einzelner Personen, die sich gekleidet mit Springerstiefeln und Bomberjacken zu erkennen geben. Beliebt sind auch Hersteller wie Consdaple oder Lonsdale, bei denen bei leicht geschlossener Jacke die Abkürzungen NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) oder NSDA zum Vorschein gebracht werden. Zudem wird sich auch der Symbolik bestimmter Zahlencodes bedient, wie beispielsweise der bekannten Zahlenkombination „18“, die für die Initialen des Diktators Adolf Hitler stehen. Ferner werden graphische Symbole, wie das Hakenkreuz oder die Wolfsangel, die Offiziere der Hitlerjugend trugen, in Form von Tattoos zur Schau gestellt.

Der Leiter des saarländischen Verfassungsschutzes spielte uns weiterhin Ausschnitte von Songs unterschiedlicher Genre vor, deren Lyrics faschistische Gesinnungen beinhalteten. Dr. Helmut Albert erklärte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass es wichtig sei, Jugendliche vor solcher Musik zu warnen, die diese rechtsextreme Ausprägung oftmals nicht erkennen, denn auch, wenn diese Szenemusik rechtlich verboten wird, lässt sich die Verbreitung nicht immer vermeiden.

Anschließend stellte uns Dr. Albert aktuelle Statistiken vor, die die allgemeine Entwicklung im Saarland aufzeigten. Seit dem Jahr 2007 ist eine Verminderung des Personenpotenzials zu vermerken, vor allem auch der gewaltorientierten Personen und es gibt immer weniger Neueinsteiger. Szeneaktivisten verlagern ihre Vorhaben immer mehr in andere Bundesländer oder nach Frankreich, da sie im Saarland eher weniger Zustimmung finden und da es aufgrund erfolgreicher Sicherheitsmaßnahmen immer schwieriger wird.

Resümierend lässt sich sagen, dass dieser Seminartag sehr erfolgreich verlaufen ist. Wir haben einen sehr realitätsnahen Einblick in die rechtsextreme Szene erhalten und konnten uns selbst ein Bild der aktuellen Situation in unserem Bundesland machen. Herr Dr. Albert zeigte sehr großes Interesse daran, Jugendliche für diese Problematik zu sensibilisieren, damit diese sich des Einflusses der Rechtsextremen auf vor allem junge Menschen bewusst werden. Er betonte abermals, dass rassistisches Gedankengut ein gravierendes gesellschaftliches Problem darstellt und dass es gilt, humanistische Werte der Solidarität, Toleranz und Integration in den Mittelpunkt zu stellen und dafür gemeinsam zu kämpfen.

Ein Projekt der Jungen Journalisten Saar e.V.